Ski- und Wanderclub Cronhütte hat seine Meisterschaften ausgetragen


Kaisersbach-Cronhütte. „Aaaschuggen, hopp-hopp, weiter so, jawoll“, spornt Moderator Heinz Stettner vom SWC die Hangabwärts-Fahrer auf Skiern und Snowboards an. Die Sonne glitzert auf den zugeschneiten Wiesen. Kaiserwetter und optimale Schneeverhältnisse trieben 53 Skifahrer zu den Meisterschaften an den Hausbuckel des Ski- und Wanderclubs.

„Jetzt können wir dann so langsam auf Rennbetrieb umstellen“, sagt Rennleiter Heiner Berroth und blinzelt in die Sonne. Ein Pistenparadies haben Schnee und trockene Kälte in der vergangenen Woche geschaffen, die Sonne lässt alles glitzern. „Der Schnee ist optimal“, sagt der Rennleiter. Die 200 Meter lange Strecke wurde nach dem letzten Schneefall am Montag mit der Pistenwalze platt gedrückt. „Durch die Kälteeinwirkung bleibt er haften und ist fest, genau so wie man es auf Skiern wünscht.“ Alle Starter sind erfasst und der Lichtschrankentest der Zeitmessanlage, die seit der ersten Vereinsmeisterschaft im Einsatz ist, abgeschlossen.

„Die Piste ist gut gesteckt, es hat gute Kurven drin“, urteilt auch Mirco Schmautz aus Cronhütte. Der 26-jährige Snowboarder weiß schon vor dem Rennen, dass er auf dem imaginären „Siegertreppchen“ stehen wird - es fahren nur zwei Boarder mit. Die meisten entscheiden sich für Parallelschwung und Pflug auf zwei Kufen. Hinter der Stange des Startautomaten stehen die Kleinsten mit ihren sechs Jahren auf kurzen Slalomcarvern Schlange. Der gesamte Skikurs von Ralph Schinagl fährt mit. „Sie sind vergangene Woche am Übungshang gestartet und erst in den letzten Tagen zum Üben den steilen Hang runtergefahren“, erklärt der Skilehrer. „Der Wettbewerb motiviert sie, auch wenn sie wissen, es geht um den Spaß, alles ist zwanglos“, sagt er.

Die Zaungäste bekommen etwas geboten. Die Körper in Kurveninnenlage, im sauberen Wechsel von Innen- zu Außenski gleiten die Fahrer dahin: Hervorragende Techniker, perfekte Stockeinsetzer, elegante Hüftdreher und Tempomacher, die volles Risiko fahren und betont eng an den Stangen vorbeifliegen. Es ist sofort zu sehen, wer gut in die Spur findet und sich bis unten in stabiler Körperlage halten kann. „Exzellenter Fahrstil, keine Haken, keine Zacken, zum Schluss in die Hocke - sehr gut“, lobt SWC-Moderator Stettner einen Fahrer, der beim Vorbeizischenden eine weiße Wolke aus losem Schneepulver hinter sich herzieht.

Einige verzichten ganz auf Stöcke

Wer kann, schiebt sich mit den Stöcken an und setzt sie sämtlichen Gleitwiderständen zum Trotz zum „Gasgeben“ im Zielbereich erneut ein, um die letzten Hundertstelsekunden rauszuholen. Einige Starter verzichten ganz auf Stöcke. Ein Mädchen kämpft sich trotz eines Sturzes wacker den Hang hinunter. Im vollen Tempo springt ein Junge vom Innen- auf den Außenski und nimmt die spitze Kurve beim gefürchteten dritten Tor. Dort ist der Hang am steilsten. „Mit mächtig Zug, er nimmt die Geschwindigkeit mit“, sagt Stettner zu einem rasanten Fahrer und dessen abgekantetem Manöver. Fast alle Starter haben an dem Buckel das Skifahren gelernt.

Auch Anneliese Lang, die Gründerin der Skischule im SWC stand vor 40 Jahren zum ersten Mal auf Abfahrtsskiern. Bis heute ist die 66-Jährige mit flottem „Kantenbiss“ hangabwärts unterwegs: „Der Schnee war hart, aber es lief gut, man muss sich eben konzentrieren“, sagt sie. Mit 66 Jahren manövriert sie sich als eine der treuesten Starter flüssig durch die Stangen. „Ich fahre von Anfang an mit, seit 1985“, erzählt sie. Das Skifahren hat sie vom Vater gelernt, der bei den Vereinsmeisterschaften mitfuhr, bis er 80 war. Ihre Tochter fährt mit und schon der Enkel im Feld der Minis traut sich die steile Strecke hinunter. „Es ist klein hier, aber nett und familiär“, erzählt sie, warum sie bis heute mit zur Slalomstange hält. Nach dem Kurven durch die von Vereinsmitglidern gesteckten Tore kommt ihre Lieblingsdisziplin: Abfahrt. „Eiform, in die Hocke, Kopf vor“, macht sie die Skirennfahrer-Position vor. „Mal sehen, ob wir die alle so hinbekommen wie die Profis, aber wir probieren’s auf jeden Fall.“

Aus der Welzheimer Zeitung vom 23. Januar 2017

 

Jeder Fahrer fuhr zweimal
Ergebnisse von den Meisterschaften des Ski- und Wanderclubs Cronhütte

Die Ergebnisse sowie die Gesamtwertung setzen sich bei den Meisterschaften des Ski- und Wanderclubs Cronhütte aus Slalomfahrt und Abfahrt zusammen. Jeder Fahrer fuhr zweimal, beide Zeiten wurden zum Endergebnis zusammengezählt.

Teilnenhmer waren 20 Herren und 12 Frauen, sechs Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren, sieben Sieben- bis Zehnjährige sowie fünf Kinder, die sechs Jahre oder jünger waren. Plus zwei Snowboarder.

Altersklasse bis sechs Jahre: Paula fuhr als einziges Mädchen ihrer Klasse die Zeit von 111,65 Sekunden. Bei den Jungs hatte Justin schnelle Kanten: Der sechsjährige Sohn des SWC-Skilehrers Ralph raste in 60,44 Sekunden Slalompiste und Abfahrtshang hinab, gefolgt von Finnegan (74,40) und Ben (89,30).

Sieben bis zehn Jahre: Jannika fuhr in 55,63 Sekundne auf den ersten Platz. Zweite wurde Maren (65,10) und Dritte Lotta (75,52). Tobias fuhr in 53,81 Sekunden dem Mitstreiter Silas davon, der 68,21 Sekunden benötigte. Auf Rang drei kam Chris (75,32).

Elf- bis 15 Jahre: Mit großen Vorsprung suaste Leonie in 54,02 Sekunden vor Larissa ins Ziel (103,84). Schon eher ein Kopf-an-Kopf Rennen war es zwischen den beiden männlichen Erstplatzierten: Nur 3,26 Sekunden trennten die gefahrene Zeit von Cäsar (56,07) und Louis (58,93). Jannick kam in 65,78 Sekundne ans Ziel.

16 bis "Uralt": Das größte Starterfeld verzeichnete erwartungsgemäß die Altersklasse 16 Plus. Bie den Frauen trennten nur Sekunden die drei Erstplatzierten: Lisa (51,45) vor Franziska (52,61) und Madeleine (53,10). Nur eine einzige Zehntelsekunde langsamer, in 53,11 Sekunden, landete Yvonne auf Platz vier. Erster bei den Herren wurde Ralph, der für beide Durchgänge 46,24 Sekunden benötigte und Tagesbestzeit fuhr. In 48,57 Sekunden kam Jan ins Ziel, dicht gefolgt von Tim mit 48,72 Sekunden.

Snowboarder: Josh wurde in 62,77 Sekunden Erster vor Mirco (73,43).