2005 - Der größte Erfolg von Allen

Es ist ein Pokal, den man vielleicht im Museu del FC Barcelona oder an der Säbener Straße erwarten würde. Größer als die größten Basketballer, nur mit einem Anhänger zu transportieren. Doch dort sucht man vergeblich.
Zwei Meter und Zwanzig Zentimeter hoch, einen Meter breit. Wer davon erzählt muss umgehend ein Bild parat haben, um nicht belächelt zu werden.
Es gibt ihn tatsächlich und er steht auch noch im Sandland!


Knapp 150 Kilometer reiste das Team Sandland im Juni 2005 ins hessische Viernheim, um an einem Kleinfeldturnier mit insgesamt 54 Mannschaften teilzunehmen. Ein Kleinfeldturnier, bei dem zahlreiche höherklassige Spieler bis hinauf zur Regionalliga im Einsatz waren.

Nach durchzechter Nacht - übernachtet wurde teilweise auch fernab des Hotels - standen am frühen Samstagmorgen die Vorrundenspiele an. Mit vier Siegen und einer Niederlage qualifizierte man sich problemlos für die Zwischenrunde der besten 32 Vereine (FC Schwedenecke Köln 1:0, Roter Stern Espelkamp 0:2, SC Viseeu Benfica 2:0, FC Wadenkrampf 2:1, FC Bueno 69 2:0).

Auch die Zwischenrunde wurde im Gruppenmodus ausgespielt. Zunächst siegte man mit 1:0 gegen die Pink Bulls. Darauf folgte ein erneuter 2:0 Erfolg über den SC Viseeu Benfica, sodass im letzten Gruppenspiel ein torloses Remis gegen SK Garath genügte, um sich für das Achtelfinale zu qualifizieren.

Nun war klar, dass man eigentlich in jeder Runde das Turnier-Aus zu befürchten hatte. Denn mit den eigenen Freizeitkickern - gespickt mit ein paar Kreisliga-Fußballern - war man gegen einige Landes- und Oberligaspieler naturgemäß nur Außenseiter.
Doch setzte das Team Sandland auf eine konsequente Defensivtaktik, bei der man sich auch für eine Grätsche auf dem Hartplatz nie zu schade war.

Im Achtelfinale hieß der Gegner nun Bergblick Power aus Unterfranken. Hier ging die Defensivtaktik gleich voll auf, spielte man doch zu Null und konnte selbst zwei Tore erzielen.
Somit war der Einzug ins Viertelfinale perfekt.



Spiel für Spiel wurde der bereits sichere Pokal größer. Doch der ganze Große war bei dieser Konkurrenz eigentlich aussichtslos.

Wiederum ohne Gegentreffer erreichte man im Viertelfinale gegen Aviapartner Soccer United das Neunmeterschießen. Und da hatte man ja in der Vergangenheit schon einige Erfolge erzielen können.
Dieses mal stand Ronnie im Tor und der hielt überragend. Keinen einzigen ließ er rein und selbst versenkte man drei Neunmeter!
Es ging also nochmals weiter.

Der Halbfinalgegner stammte aus der Nähe von Darmstadt: Sauhaufen Lorsch
Es war ein ganz enges Spiel. Aber die Abwehr gewinnt bekanntlich die Titel. Denn wieder ließ man kein Gegentor zu und konnte selbst vorne einmal erfolgreich sein. Abpfiff 1:0! Kaum zu glauben! Finale oho!

Dort traf man als krasser Aussenseiter auf das Dream Team Sindorf aus Köln, welche außer Einem ansonsten nur Spieler von der Landesliga aufwärts in ihren Reihen hatte (Detail am Rande: der Schwager von Nationalspieler Lukas Podolski war auch mit dabei).

Im Endspiel selbst konnte man der spielerischen Überlegenheit des Gegners durch Kampfkraft und Einsatzwillen Paroli bieten und gegen Ende der Spielzeit hatte sich das Blatt sogar gewendet und man kam selbst noch zu guten Möglichkeiten, das Spiel für sich zu entscheiden. Es blieb jedoch beim 0:0 und ein Neunmeterschießen musste die Entscheidung bringen.
Hier erwiesen sich die Sandländer als nervenstärker und hatten zudem den besseren Torwart. Denn Neunmeterspezialist Ronnie konnte bei 4 gegn
erischen Neunmetern lediglich einmal bezwungen werden. Somit lautete der Neunmeter - Endstand 3:1 und das Team Sandland hatte die Sensation geschafft.

Was folgte, war natürlich grenzenloser Jubel.
Und ein (positives) Problem: Denn der Turniersieger bekam nämlich bei der Siegerehrung den bereits angesprochenen Säulenpokal von 2,20 m Höhe und ca. 1 m Breite überreicht. Doch wie den mit heimnehmen? Lösung: die Eltern eines Spielers wurden angerufen, ein Pkw-Anhänger organisiert und der „Spezialtransport“ konnte abgewickelt werden.

Zu später Stunde war dieser dann wohlbehalten im SWC - Vereinsheim in Cronhütte angekommen, und mit einer obligatorischen Siegerfeier ging dieser denkwürdige Tag zu Ende.

Und am nächsten Tag stand in der Welzheimer Zeitung geschrieben: "Team Sanland feiert sensationellen Erfolg". Bei lediglich 4 Gegentoren - nur eines nach der Vorrunde - wohl nicht zu hoch gegriffen.

 

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